Billiger „Sprit“ aus der Steckdose

Zwei weiße Transportfahrzeuge flitzen seit Neuestem über das Gelände des Krankenhauses Bethanien. Das eine bringt mit speziellen Anhängern warme Mahlzeiten von der Krankenhausküche ins benachbarte Altenkrankenheim, das andere bringt auf dem zehn Hektar großen Gelände schnell  Waren von hier nach dort. Vom Betrieb der Fahrzeuge ist nur ein leises Surren zu hören und kein Auspuff verpestet die Luft. Denn bei den Transportern handelt es sich um Elektrofahrzeuge eines französischen Herstellers.

 

 

"Wir haben bei der Anschaffung der Transporter bewusst auf Umweltschutz gesetzt. Die Fahrzeuge verursachen keine schädlichen CO2-Emissionen und keinen Motorenlärm. Das sind zwei entscheidende Vorteile für den Einsatz auf einem Krakenhaus-Gelände“, so Bethanien-Pressesprecher  Dirk Ruder. Weil das Krankenhaus nach einer Testphase von den Fahrzeugen so überzeugt war, blieben die Vorführfahrzeuge nach dem Probeeinsatz zur weiteren Verwendung gleich im Krankenhaus. 

Flexibel einsetzbar 

Als stellvertretender Leiter der Technik- Abteilung des Krankenhauses kennt Walter Kolloch die Bedingungen für einen reibungslosen Ablauf aller Transporte auf dem Gelände nur zu gut. Die zum Teil weit voneinander liegenden Gebäudeteile auf dem weitläufigen Bethanien-Gelände und diverse Steigungen stellen besondere Herausforderungen an die Logistik vor Ort. „Wir nutzen die Elektrofahrzeuge wegen ihrer Flexibilität, denn sie lassen sich problemlos für verschiedene logistische Zwecke einsetzen.“ Neben dem täglichen Transport beispielsweise von warmen Mahlzeiten von der Krankenhaus-Küche zum Altenkrankenheim kommt die Entsorgung von Papiermüll, der Transport von allerlei Krankenhaus-Bedarf.

 Auch als Streufahrzeug im Winterdienst

 Beim Testlauf im vergangenen Dezember hatten die Transporter gleich unter Beweis stellen können, dass sie auch bei widrigen Wetterumständen nicht so schnell schlapp machen. „Als es zu schneien begann, wurden die wendigen Fahrzeuge kurzerhand mit Streugeräten ausgerüstet und so wurde aus dem Transporter ein Winterdienstfahrzeug“, berichtet Kolloch. „Anders hätte es das Krankenhaus kaum geschafft, das komplette Gelände, zu dem auch ein Parkplatz für knapp 600 Fahrzeuge gehört, für den Verkehr befahrbar zu halten.“ Dabei hätten sich die schmalen Abmessungen der Elektrofahrzeuge als vorteilhaft erwiesen, weil sie nicht nur Anfahrtswege, sondern auch Bürgersteige und Gehwege ohne Probleme mit Salz bestreuen können. Während die Moerserinnen und Moerser wochenlang über verschneite und glatte Straßen im Stadtgebiet stöhnten, war das Krankenhausgelände immer tadellos geräumt. 

Umweltfreundlich, sparsam, stark 

Andrej Suppes und Youssef Zenzoul, die beiden Fahrer der Elektrofahrzeuge, loben den starken Elektroantrieb, der mühelos unterschiedliche Straßenniveaus überwinde. „Wir haben auf unserem Krankenhausgelände etliche Steigungen und Rampen, die das Fahrzeug dank seines starken Antriebs problemlos bewältigt.“ Zudem sei der Stromverbrauch verglichen mit dem anderer Elektrofahrzeuge deutlich geringer. Getankt wird an einer herkömmlichen Steckdose. Voll aufgeladen reicht der Strom für zwei Wochen Fahrbetrieb. Und das trotz der täglichen hohen Beanspruchung auf dem Krankenhausgelände. „Die Anschaffung der Fahrzeuge hat sich für uns als richtig erwiesen“, sagt  Pressesprecher Ruder. „Mit den Elektrofahrzeugen tragen wir dazu bei, die Umwelt zu schonen.“