Sichere Lagerung von Gefahrenstoffen

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Sichere Lagerung von Gefahrenstoffen

Die richtige Lagerung von Gefahrstoffen verringert die Risiken für Mensch und Umwelt.

Gefahrstoffe sind allgegenwärtig. Der Umgang mit gesundheits- und umweltschädlichen Substanzen steht nicht nur in vielen Betrieben auf der Tagesordnung. Auch im Haushalt kommen Chemikalien, wie verschiedene Reiniger, zum Einsatz. Unabhängig vom Anwendungsbereich müssen Gefahrstoffe richtig aufbewahrt werden. Denn eine falsche Lagerung birgt eine reale Gefahr für Mensch und Umwelt. Finden Sie hier heraus, wie Sie Gefahrstoffe sicher lagern.

Gefahrstoffe – eine Definition

Zu den Gefahrstoffen zählen sämtliche Reinstoffe und Gemische mit gefährlichen Eigenschaften. Herstellung, Verwendung und Lagerung bergen also ein potenzielles Risiko für Mensch und Umwelt. Grundsätzlich gelten Substanzen als Gefahrstoff, wenn sie mindestens eines der folgenden Merkmale aufweisen:

  • ätzend
  • brandfördernd
  • explosiv
  • gesundheitsschädlich
  • (sehr) giftig
  • leicht- oder hochentzündlich
  • reizend
  • umweltgefährdend

Entgegen einer breiten Meinung ist es nicht so, dass Gefahrstoffe ausschließlich in der Industrie verwendet werden. Auch im eigenen Zuhause finden Sie zahlreiche gefährliche Substanzen. Von Schädlingsbekämpfungsmitteln über Deodorants bis hin zum Geschirrspülmittel: Der Haushalt steckt voller Gefahrstoffe. Um diese richtig einschätzen zu können, wird jede einzelne Substanz in 9 ADR-Gefahrgutklassen eingeteilt. Diese legen fest, welche Stoffe potenziell gefährlich sind und warum damit ein spezieller Umgang erforderlich ist.

Grundregeln zur Lagerung von Gefahrstoffen

Es gibt gesetzliche Vorschriften und Verordnungen, die die Rahmenbedingungen für die sichere Lagerung von Gefahrstoffen festlegen. Dazu zählen die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) sowie die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS). Auf dieser Grundlage können Gefahrstoffe so gelagert werden, dass sich Risiken minimieren lassen. Beachten Sie vor allen Dingen diese Prinzipien:

  1. Gefährliche Stoffe sind nur in speziellen, dafür vorgesehenen Behältern zu lagern.
  2. Nicht alle Gefahrstoffe sind ohne Weiteres in unmittelbarer Nähe zueinander aufzubewahren.
  3. Gesundheits- und umweltschädliche Substanzen bedürfen einer klaren und gut sichtbaren Kennzeichnung.

Falls Gefahrstoffe auch von A nach B transportiert werden (Gefahrgut), sind diese Regelungen für den sicheren Transport zu beachten:

Beachten Sie diese Punkte bei der Lagerung von Gefahrgut.

Eine sichere Lagerung von Gefahrstoffen ist auch beim Transport wichtig (©medsolut.com).

1.Spezielle Behälter

Jeder Gefahrstoff besitzt unterschiedliche Eigenschaften. Deshalb kann auch nicht für jede potenziell gefährliche Substanz derselbe Lagerort ausgewählt werden. So gibt es Gefahrstoffe, die sich am sichersten in speziellen Containern oder Schränken aufbewahren lassen. Für andere wiederum sind Auffangwannen erforderlich. Es ist also wichtig, um welchen Gefahrstoff es sich handelt, um den richtigen Lagerort auszuwählen.

Für die sichere Lagerung von Gefahrstoffen stehen diese vier Möglichkeiten zur Auswahl:

  • In speziellen Containern für die Gasflaschenlagerung sind leicht explosive Gasflaschen vor Gefahrenquellen wie Hitze optimal geschützt.
  • In Auffangwannen werden sämtliche wassergefährdende sowie entzündliche Gefahrstoffe gelagert – z. B. Benzin und Heizöl. Mit einer Auffangwanne wird vermieden, dass auslaufende Substanzen in den Boden versickern.
  • Auf offenen Gefahrstoffregalen lassen sich Substanzen in sicheren Verpackungen aufbewahren. Mit einer ergänzenden Auffangwanne sind Sie auf der sicheren Seite, wenn der Gefahrstoff doch einmal ausläuft.
  • In einem geschlossenen Gefahrstoffschrank können Sie beispielsweise leicht entzündliche Stoffe aufbewahren. Achten Sie hier jedoch darauf, dass der Schrank auf die Gefahrgutklasse der jeweiligen Substanz ausgelegt ist.

Außerdem dürfen Gefahrstoffe auf keinen Fall an Orten gelagert werden, wo sie eine potenzielle Gefährdung darstellen. Darunter fallen im Besonderen Verkehrswege, wie Treppenhäuser sowie Flucht- und Rettungswege, und Pausenräume in Betrieben.

2.      Vorsicht bei der Zusammenlagerung

Jedem Gefahrstoff wird – in Abhängigkeit von seinen Eigenschaften – eine konkrete Lagerklasse (LGK) zugeordnet. Bei der Frage, ob eine gemeinsame Lagerung von bestimmten Gefahrstoffen sinnvoll ist, ist die Lagerklasse entscheidend. Eine gemischte Lagerung darf also nicht ohne Überprüfung der Lagerklasse vonstattengehen. Eventuell bestehen Einschränkungen in dieser gemeinsamen Lagerung oder sogar Verbote.

Schließlich gilt: Gefahrstoffe können nicht nur alleine gefährlich sein, sondern vor allem auch in Kombination mit anderen gesundheits- und umweltschädlichen Substanzen. Lagern Sie diese Gefahrstoffe gut getrennt voneinander:

  • Stoffe, die nicht derselben Gefahrstoffklasse entsprechen
  • feste und flüssige Substanzen
  • Gefahrstoffe, bei denen im Brandfall eine unterschiedliche Löschung erforderlich ist (z. B. giftige und brandfördernde Stoffe)

3. Klare Kennzeichnung

Gefahrstoffe unterliegen einer Einstufungs- und Kennzeichnungspflicht. Damit soll vor potenziellen Risiken in der Handhabung und Lagerung von Gefahrstoffen geschützt werden. Zur weltweit gültigen Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien gilt das global harmonisierte System (GHS). Jeder Gefahrstoff wird dabei mit einem Piktogramm – einer rot umrandeten Raute mit schwarzem Symbol auf weißem Hintergrund – versehen. So warnt z. B. das GHS-Kennzeichnungsetikett mit einem Totenkopf vor giftigen Substanzen.

Beim Umfüllen von Gefahrstoffen sind nicht nur zugelassene, bruch- und korrosionsbeständige Behältnisse notwendig. Die ausgewählten Behälter müssen Sie auch wie die Originalverpackung kennzeichnen. Bringen Sie die Beschriftung gut lesbar an, sodass die Inhalte auf einen Blick erkenntlich sind. Ansonsten besteht die Gefahr, dass eine gefährliche Substanz für eine harmlose gehalten wird. Besonders im Haushalt mit Kindern ist höchste Vorsicht geboten. Wenn Sie Chemikalien, wie Flüssigwaschmittel oder Allzweckreiniger, in z. B. Wasserflaschen umfüllen, sind verheerende Verwechslungen vorprogrammiert. Vergiftungen sind hier also nicht ausgeschlossen.

Fazit

Chemikalien kommen sowohl in Betrieben als auch im Haushalt zum Einsatz. Das große Problem: Die einzelnen Stoffe und Gemische besitzen gesundheits- und umweltschädigende Eigenschaften. Eine sichere Lagerung ist deshalb unverzichtbar, um die Risiken für Mensch und Umwelt auf ein Minimum zu beschränken. Allen voran gilt: Lagern Sie Gefahrstoffe ausschließlich in klar gekennzeichneten, dafür vorgesehenen Behältnissen.

Dieser Gastbeitrag wurde von Julia Maier der Firma Medsolut geschrieben.

 

 

 

 

 

Autorin: Julia Maier

Von der Themenplanung über ausgeklügelte Produkttexte bis hin zur Pressearbeit: Als Content Managerin verantwortet Julia Maier bei MedSolut.com alles, was das Thema Content und Kommunikation betrifft - immer mit einem hohen Maß an Kreativität und viel Liebe zum Detail.

3 months ago
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