Ob Akkuschrauber, Hubwagen oder Gabelstapler: Lithium-Ionen-Akkus stecken heute in fast jedem elektrisch betriebenen Gerät im Betrieb. Wie leistungsfähig und langlebig sie bleiben, entscheidet sich aber nicht nur beim Laden, sondern vor allem bei der Lagerung.
Wird dabei etwas falsch gemacht, drohen nicht nur teure Kapazitätsverluste, sondern im schlimmsten Fall auch Brände durch einen thermischen Runaway. Dieser Guide zeigt, worauf es bei der sicheren Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus wirklich ankommt – von der richtigen Temperatur bis zu den gesetzlichen Gefährdungsklassen.
Warum bei falscher Lagerung Brandgefahr entsteht
Lithium-Ionen-Akkus überzeugen gegenüber klassischen Batterien durch hohe Leistungsdichte, kurze Ladezeiten und einen ausbleibenden Memory-Effekt. Wichtig ist die Abgrenzung zu nicht wiederaufladbaren Lithium-Metallbatterien, wie sie etwa in Uhren stecken – für die Lagerung gelten teils andere Grenzwerte.
Je mehr Leistung ein Akku liefern soll, desto mehr Zellen sind im Verbund verbaut – und desto größer ist im Fehlerfall das Risiko. Bei korrekter Lagerung bleibt die Brandgefahr aber gering. Kritisch wird es erst durch eine Kombination aus Feuchtigkeit, Wärmequellen in der Nähe, brennbaren Materialien und ungeschützten Polen.
Das im Akku enthaltene Lithium ist chemisch sehr reaktionsfreudig: Es reagiert auf Wasser und wird bei hohen Temperaturen instabil. Ab einer Zelltemperatur von rund 70 °C kann eine Kettenreaktion einsetzen, bei der sich der Akku selbst entzündet.
Lithium-Ionen-Akkus richtig lagern: Die wichtigsten Regeln
Damit Energiespeicher lange leistungsfähig bleiben und weder Lagerschäden noch Brandrisiken entstehen, sollten diese sieben Punkte bei jeder Lagerung beachtet werden.
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1
Kühlen, trockenen Lagerort wählenIdeal sind Temperaturen zwischen +10 °C und +40 °C. Auch Keller oder Kühlräume eignen sich, solange sie trocken und frostfrei bleiben.
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2
Pole vor Kurzschluss schützenKontakte abkleben oder mit Pol-Schutzkappen sichern. Alternativ den Akku im zugehörigen Gerät lassen – das schützt Pole und Gehäuse gleichzeitig vor Stößen.
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3
Vor mechanischen Schäden schützenInnere wie äußere Kurzschlüsse zuverlässig ausschließen und Akkus so lagern, dass Stöße und Druckstellen vermieden werden.
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4
Hitze und direkte Sonne meidenOhne automatische Löschanlage im Lagerraum mindestens 2,5 Meter Abstand zu anderen brennbaren Gütern einhalten. Beschädigte Akkus gehören separat in dafür vorgesehene Sicherheitsbehälter.
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5
Mit 50–70 % Ladezustand einlagernEin leer gelagerter Akku begünstigt eine Tiefentladung – diese verkürzt die Lebensdauer oder macht den Akku im schlimmsten Fall unbrauchbar.
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6
Ladezustand regelmäßig kontrollierenBei längerer Lagerung alle 3 bis 4 Monate kurz nachladen, um eine schleichende Tiefentladung zu verhindern.
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7
Herstellerangaben einhaltenAngaben auf dem Produktdatenblatt haben immer Vorrang vor allgemeinen Richtwerten.
Wichtig: Ist der Akku fest verbaut, muss das komplette Gerät vor der Einlagerung auf undichte Stellen, lose Kabel oder sonstige Schäden geprüft werden – erst dann darf es an einem kühlen, kondenswassergeschützten Ort abgestellt werden.
Passende Ausstattung für die sichere Akku-Lagerung
Für die vorschriftsmäßige Lagerung größerer Mengen an Lithium-Ionen-Akkus empfehlen sich geprüfte Sicherheitsschränke und Brandschutzboxen, die im Ernstfall Zeit für die Evakuierung und Brandbekämpfung schaffen.
[Produkt] [Produkt] [Produkt]Gefährdungsklassen bestimmen die Lagerungsanforderungen
Nach der VdS-Richtlinie 3103 der deutschen Versicherer gelten Lithium-Ionen-Batterien als Gefahrstoffe und müssen entsprechend in Gefahrstoffschränken gelagert werden. Je nach Energie- bzw. Lithiumgehalt werden Akkus in drei Gefährdungsklassen eingeteilt, die unterschiedliche Anforderungen an den Lagerort stellen. Für Lithium-Polymer-Akkus gelten dabei dieselben Vorgaben wie für Lithium-Ionen-Akkus.
| Leistungsklasse | Lithium-Metall-Akku (UN 3090) | Lithium-Ionen-Akku (UN 3480) | Wichtigste Auflage |
|---|---|---|---|
| Gering | < 2 g Lithium je Akku | < 100 Wh je Akku | Allgemeine Sicherheitsvorschriften genügen |
| Mittel | > 2 g Li, < 12 kg brutto je Akku | > 100 Wh, < 12 kg brutto je Akku | Mind. 5 m Abstand, Brandmeldeanlage Pflicht |
| Hoch | > 2 g Li und > 12 kg brutto | > 100 Wh und/oder > 12 kg brutto | Keine eigenen Vorgaben – Regeln der Klasse „mittel" gelten sinngemäß |
- Geringe Leistung: Ab einer Lagermenge von 7 m³ gelten automatisch die Vorgaben der mittleren Leistungsklasse.
- Mittlere Leistung: Getrennte Lagerung von anderen brennbaren Gütern, feuerbeständige Trennung oder 5 m Abstand, Brandmeldeanlage mit Anbindung an eine ständig besetzte Stelle.
- Hohe Leistung: Bislang keine eigenständigen Sicherheitsbestimmungen – die Mengenbegrenzung sorgt dennoch für zusätzliche Sicherheit.
- Transport: Lithium-Ionen-Akkus gelten zusätzlich als Gefahrgut und unterliegen eigenen Transportvorschriften.
Sichere Lagerung auf einen Blick
Optimaler Temperaturbereich für den Lagerort
Idealer Ladezustand bei der Einlagerung
Ladezustand bei längerer Lagerung prüfen
Zu brennbaren Gütern ohne Löschanlage





