

In einer globalisierten und hoch vernetzten Geschäftswelt wird der reibungslose Fluss von Waren und Informationen zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für Unternehmen. Der stetige Wandel und die steigenden Kundenanforderungen stellen Unternehmen vermehrt vor die Herausforderung, ihre internen Logistikprozesse effizient zu gestalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. In diesem Zusammenhang gewinnt die Intralogistik – ein wesentlicher Bestandteil des logistischen Gesamtkonzepts – zunehmend an Bedeutung. Doch was ist Intralogistik eigentlich? In diesem Beitrag erklären wir Ihnen die Definition der Intralogistik, ihre Bedeutung für den Unternehmenserfolg und die zentralen Aufgaben der innerbetrieblichen Logistik. Außerdem werfen wir einen Blick auf einzelne Intralogistik-Prozesse und verraten Ihnen mit welchen Lösungen auch Ihr Unternehmen in der Intralogistik profitieren kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Intralogistik umfasst alle Material-, Waren- und Informationsflüsse innerhalb eines Betriebs – von der Warenannahme bis zum Versand.
- Sie grenzt sich von der externen Logistik ab, die Transporte zwischen Unternehmen und Standorten organisiert.
- Zu ihren Komponenten zählen Lagersysteme, Fördertechnik und Flurförderzeuge, Lagerverwaltungssoftware und Identifikationstechnik.
- Intralogistik 4.0 vernetzt diese Komponenten digital, um Abläufe in Echtzeit zu steuern.
- Bei der Systemauswahl entscheiden Bedarfsanalyse, Automatisierungsgrad, Wirtschaftlichkeit und Arbeitssicherheit.
- Definition – Was ist Intralogistik?
- Intralogistik Lösungen für Unternehmen
- Intralogistik 4.0 – was ist das eigentlich?
- Aufgaben und Prozesse der Intralogistik: von der Warenannahme bis zum Versand
- Intralogistik im Wandel: Wie Unternehmen von der Automatisierung profitieren
- Intralogistik-System auswählen: 10 Kriterien für die passende Lösung
- Unser Fazit zur Intralogistik
- Häufige Fragen zur Intralogistik
Definition - Was ist Intralogistik?
Kurz gesagt: Intralogistik ist die Organisation, Steuerung, Durchführung und Optimierung des innerbetrieblichen Material- und Informationsflusses – vom Wareneingang über Lager und Produktion bis zum Warenausgang. Geprägt wurde der Begriff Anfang der 2000er-Jahre vom Branchenverband VDMA.
Die Intralogistik bezeichnet sämtliche Prozesse, die innerhalb eines Unternehmens beziehungsweise auf dem Betriebsgelände zur Planung, Steuerung und Durchführung von Material- und Warenflüssen durchgeführt werden. Begriffe wie interne Logistik oder innerbetriebliche Logistik sind dafür Synonyme. Die Intralogistik konzentriert sich auf den reibungslosen und effizienten Ablauf von Produktions- und Distributionsprozessen innerhalb der betrieblichen Standorte. Demnach werden bei dem Begriff der Intralogistik alle Transporte außerhalb des Unternehmens ausgeschlossen, was eine klare Abgrenzung von externen Logistik-Vorgängen ermöglicht.
Im Gegensatz zu eben diesen externen Logistik-Prozessen, die sich primär mit dem Transport von Waren zwischen verschiedenen Unternehmen oder Standorten befasst, fokussiert sich die Intralogistik auf die internen Abläufe innerhalb eines Unternehmens. Zu den Aufgaben der Intralogistik – also der innerbetrieblichen Logistik – gehören vor allem:
- Warenannahme und Wareneingangsprüfung
- Lagerhaltung
- Interne Transporte
- Materialbereitstellung für Produktion und Montage
- Kommissionierung
- Verpackung und Versand von Waren innerhalb der betrieblichen Einrichtung
- Steuerung der zugehörigen Informationsflüsse, z. B. über ein Lagerverwaltungssystem
Bedeutung und Ziele der Intralogistik
Welche Bedeutung die Intralogistik für ein Unternehmen hat, zeigt sich vor allem dann, wenn sie nicht funktioniert: Fehlt Material an der Linie, stehen Maschinen still. Dauert die Kommissionierung zu lange, verzögert sich der Versand. Die Intralogistik verbindet Wareneingang, Lager, Produktion und Versand und bestimmt damit maßgeblich, wie zuverlässig, schnell und wirtschaftlich ein Betrieb seine Aufträge erfüllt.
Die zentrale Zielsetzung der Intralogistik besteht darin, die Effizienz zu maximieren und eine optimale Nutzung der Ressourcen zu gewährleisten. Dies umfasst unter anderem die Minimierung von Lagerkosten, die Reduzierung von Engpässen, die Verbesserung der Produktivität und die Steigerung der Kundenzufriedenheit.
Diese Komponenten gehören zur Intralogistik
Damit diese Ziele erreicht werden können, benötigt die Intralogistik verschiedene Komponenten, die sich wiederum aus zahlreichen Einheiten zusammensetzen:
- Lagersysteme: Lagersysteme wie Palettenregale, Regalsysteme und automatisierte Hochregallager sorgen dafür, dass Waren effizient gelagert und bei Bedarf bereitgestellt werden können.
- Transportmittel: Mithilfe von Transportmitteln, wie Fördersystemen (Förderbänder, Sortiersysteme und Rollenbahnen) und Flurförderzeugen (Gabelstapler, Hubwagen, Elektro-Stapler), bewegen Sie Waren in der Intralogistik. Worin sich Fördertechnik und Flurförderzeuge unterscheiden, erklären wir in den Beiträgen Stetigförderer vs. Unstetigförderer und Was sind Flurförderzeuge?
- Lagerverwaltungssysteme: In der Intralogistik steuern und kontrollieren Lagerverwaltungssysteme (kurz: LVS) den gesamten Lagerprozess. Gleichzeitig gewährleisten sie einen Überblick über den Lagerbestand und ermöglichen eine prompte Reaktion auf etwaige Veränderungen.
- Softwarelösungen: Ergänzend dazu steuern und optimieren übergeordnete Softwarelösungen wie Warehouse-Management-Systeme (WMS, mit meist größerem Funktionsumfang als ein reines LVS) oder Materialflussrechner (MFR) die innerbetrieblichen Prozesse.
- Identifikationstechnologien: Dank Barcode-Scannern, RFID-Lesegeräten und weiteren optischen Lesegeräten läuft die Identifizierung von Waren im Lager schnell & einfach ab.
Intralogistik Lösungen für Unternehmen
Wie eingangs erwähnt, sind in der heutigen Geschäftswelt Unternehmen jeder Größe auf reibungslose und effiziente Betriebsabläufe angewiesen – sofern sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die Lösungen der Intralogistik bieten innovative Ansätze zur Optimierung des internen Materialflusses, der Lagerverwaltung und der gesamten logistischen Prozesse innerhalb des Unternehmens. Mithilfe der Intralogistik Lösungen steigern Unternehmen ihre Effizienz und minimieren dadurch Kosten. Doch wie sehen die Lösungen in der Intralogistik aus?
Intralogistik Lösungen umfassen eine breite Palette von Technologien, Strategien und Prozessen, die darauf abzielen, den internen Materialfluss bestmöglich zu optimieren. Hierzu zählen unter anderem:
- Automatisierte Lager- & Transportsysteme
- RFID-Technologie
- Pick-by-Voice-Systeme
- Lagerverwaltungssoftware
Diese Lösungen in der Intralogistik sollten stets auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten sein. Nur so kann gewährleistet werden, dass innerbetriebliche Prozesse bestmöglich optimiert werden können.
Vorteile von Intralogistik Lösungen für Unternehmen
Die Implementierung von innovativen Intralogistik Lösungen bietet zahlreiche Vorteile für Unternehmen. So können Unternehmen durch die Einführung maßgeschneiderter Intralogistik Lösungen die Effizienz steigern. Hierbei werden manuelle Prozesse automatisiert und somit der Materialfluss weiter optimiert. Durch den Einsatz von automatisierten Lager- und Transportsystemen sparen Unternehmen wertvolle Zeit und Kosten. Gleichzeitig sind die innerbetrieblichen Prozesse weniger fehleranfällig, was eine erhebliche Steigerung der betrieblichen Effizienz zur Folge hat.
Auch die Lagerverwaltung kann durch die richtige Intralogistik Lösung verbessert werden. Die Überwachung der Lagerbestände läuft dabei beispielsweise präzise und in Echtzeit ab. Dadurch haben Unternehmen die Möglichkeit, einen Überblick über ihre Bestände zu behalten, Bestellungen effizient zu verwalten und auf drohende Engpässe oder Überbestände rechtzeitig zu reagieren. Auf diese Weise minimieren Sie die Kapitalbindungskosten in Ihrem Unternehmen stark.
Neben der Effizienzsteigerung und der Verbesserung der Lagerverwaltung beschleunigen Intralogistik-Lösungen aber auch die Auftragsabwicklung. Hierzu zählen Pick-by-Voice-Systeme oder automatische Kommissioniersysteme, die eine schnelle und vor allem fehlerarme Auftragsabwicklung ermöglichen. So erhalten Mitarbeiter beispielsweise über Kopfhörer klare Anweisungen zu den zu kommissionierenden Artikeln und ihrem genauen Standort im Lager. Durch Sprachbefehle bestätigen die Mitarbeiter die Kommissionierung. Das hat den Vorteil, dass ihre Hände frei bleiben und sie sich auf die effiziente Zusammenstellung von Bestellungen konzentrieren können, was sich wiederum positiv auf die Produktivität im Unternehmen auswirkt.
Drei Beispiele für Intralogistik Lösungen im Unternehmen
Es gibt eine Vielzahl von Intralogistik Lösungen, die Unternehmen nutzen können, um ihre internen Betriebsabläufe zu optimieren.
Automatisieren Sie Ihre Lager- und Transportsysteme
Automatisierte Lager- und Transportsysteme, wie fahrerlose Transportsysteme (kurz FTS) oder automatisierte Regalbediengeräte, nutzen fortschrittliche Robotik- und Sensorentechnologien, die dabei helfen, den internen Warentransport zu beschleunigen. FTS fahren eigenständig durch das Lager und transportieren Waren von einem Ort zum anderen – ganz ohne menschliche Eingriffe. Automatisierte Regalbediengeräte hingegen ermöglichen eine automatische Ein- und Auslagerung von Waren in Regalen. Beide Systeme unterstützen das Unternehmen dabei, die Lagerkapazität bestmöglich zu nutzen, Durchlaufzeiten zu reduzieren und die Fehlerquote zu minimieren.
Implementieren Sie eine moderne Lagerverwaltungssoftware
Eine moderne Lagerverwaltungssoftware ist ein essentielles und unverzichtbares Instrument zur Optimierung der internen Lagerprozesse. In der Intralogistik unterstützen diese Softwarelösungen die Möglichkeiten einer effizienten Bestandsverwaltung, Auftragsabwicklung und Nachverfolgung. Darüber hinaus liefern sie Echtzeitinformationen über den aktuellen Lagerbestand, nehmen automatische Bestandsaktualisierungen vor und platzieren die Waren so im Lager, dass möglichst kurze Wege entstehen.
Setzen Sie auf RFID-Technologien
RFID (Radio Frequency Identification) zählt zu den drahtlosen Technologien, die es ermöglichen, Waren in der Intralogistik automatisch zu identifizieren und zu verfolgen. Durch die Integration von sogenannten RFID-Tags in Produkten überwachen Unternehmen den Standort und den Zustand der Waren in Echtzeit. Die RFID-Technologie ermöglicht Ihnen somit eine schnelle und sehr genaue Inventur, sofern Tags und Lesegeräte auf Ware und Umgebung abgestimmt sind – Metall und Flüssigkeiten können die Lesbarkeit beeinträchtigen. So reduzieren Sie dank der effizienten Bestandsverfolgung auch Verluste und Diebstähle innerhalb des Unternehmens deutlich.
Intralogistik 4.0 – was ist das eigentlich?
Wenn Sie sich mit dem Thema der Intralogistik beschäftigen, sind Sie mit Sicherheit schon über den Begriff Intralogistik 4.0 gestolpert. Im Folgenden erklären wir Ihnen, was Intralogistik 4.0 eigentlich ist und in welche Teilbereiche es sich aufgliedern lässt.
Das Hauptziel der Intralogistik 4.0 besteht darin, alle innerbetrieblichen logistischen Prozesse in Echtzeit zu überwachen, zu steuern und auch zu optimieren. Dabei spielt die Vernetzung verschiedener Komponenten eine maßgebliche Rolle. Durch die Integration von IoT-Technologien (Internet of Things) kommunizieren beispielsweise Sensoren, Geräte und Maschinen untereinander und tauschen Daten in Echtzeit aus. Dies ermöglicht eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren innerhalb der Intralogistik. Die Intralogistik 4.0 lässt sich in die nachfolgenden Teilbereiche untergliedern:
- Konzeption und Integration von Technologien
- Echtzeit-Datenanalyse
- Predictive Analytics
- Augmented Reality und Wearables
- Effiziente Datenkommunikation
- Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
Vertiefende Beiträge zu einzelnen Bausteinen finden Sie in unserem Ratgeber, etwa zu Künstlicher Intelligenz, Big Data Analytics, Augmented Reality und Wearables und Cloud Computing in der Intralogistik.


Intralogistik 4.0 revolutioniert also die logistischen Prozesse und ermöglicht eine vollständig vernetzte und digitale Lieferkette. Durch die Integration besagter Technologien können Unternehmen ihre Effizienz steigern, Kosten minimieren und die Flexibilität, auf gewisse Situationen zu reagieren, erhöhen. Unternehmen, die ihre Prozesse im Rahmen der Intralogistik 4.0 abbilden, können sich so einen wichtigen Wettbewerbsvorteil sichern und die Logistik der Zukunft aktiv mitgestalten.
Aufgaben und Prozesse der Intralogistik: von der Warenannahme bis zum Versand
Nachdem wir uns nun mit der Definition der Intralogistik, den Zielen, den einzelnen Komponenten der Intralogistik und Lösungen für Unternehmen beschäftigt haben, schauen wir uns nun die einzelnen Intralogistik-Prozesse im Detail an und zeigen, wie sie ineinandergreifen, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Die Intralogistik besteht aus folgenden Prozessen:


- Warenannahme
- Einlagerung
- Lagerverwaltung
- Kommissionierung
- Verpackung und Versand
- Qualitätskontrolle
- Lagerbestandsmanagement
- Rücksendungen & Retouren
- Datenmanagement & Dokumentation
- Analyse der Intralogistik-Prozesse und kontinuierliche Verbesserung
Warenannahme
Die Intralogistik beginnt in den allermeisten Fällen mit der Warenannahme. In diesem Schritt werden ankommende Lieferungen überprüft, die Mengen erfasst und die Qualität der gelieferten Waren auf etwaige Mängel kontrolliert. Die Artikel werden anschließend mithilfe von Scannern oder den bereits erwähnten RFID-Technologien erfasst und in das Lagerverwaltungssystem eingetragen.
Einlagerung
Nachdem die Waren angenommen wurden, erfolgt in diesem Intralogistik-Prozess die Einlagerung der einzelnen Artikel. Die Waren werden entsprechend ihres Lagerortes oder ihrer Eigenschaften kategorisiert und in den dafür vorgesehenen Lagerbereichen platziert. Dieser Prozess erfolgt in der Regel mithilfe von Staplern, Regalbediengeräten oder vollautomatisierten Systemen.
Lagerverwaltung
Die Lagerverwaltung ist ein essenzieller und zentraler Bestandteil der Intralogistik. In der Lagerverwaltung werden alle Informationen zu den eingelagerten Artikeln, ihren Standorten, Beständen und Bewegungen erfasst und verwaltet. Sie ermöglicht eine genaue Nachverfolgung von Waren, optimiert den Lagerbestand und erleichtert die Kommissionierung.
Kommissionierung
Bei der Kommissionierung werden (Kunden-)Aufträge aus dem Lagerbestand zusammengestellt. Basierend auf dem jeweiligen Auftrag werden die benötigten Artikel ausgewählt und für den Versand vorbereitet. Dies kann entweder manuell durch Mitarbeiter oder mit Hilfe von Robotern und Fördersystemen komplett automatisiert erfolgen. Letzteres ermöglicht eine effizientere Kommissionierung, minimiert Fehler und verkürzt die Durchlaufzeiten. Welche Kommissionierart zu Ihrem Lager passt, zeigt unser Vergleich der Kommissionierarten und -methoden.
Verpackung und Versand
Nach der erfolgreichen Kommissionierung werden die Artikel in diesem Intralogistik-Prozess für den Versand verpackt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Waren stets sicher und so verpackt werden, dass sie während des Transports nicht beschädigt werden. Anschließend werden Versandetiketten angebracht und die Sendungen für den Versand vorbereitet. Je nach Anforderungen und Größe der Ware erfolgt der Versand mit Spediteuren oder Paketdienstleistern.
Qualitätskontrolle
Die Intralogistik endet aber nicht nach dem erfolgreichen Versand der Waren. Während des gesamten Intralogistik-Prozesses wird eine Qualitätskontrolle durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Waren den jeweiligen Anforderungen entsprechen. Dies geschieht mittels stichprobenartiger Kontrollen oder vollautomatisierter Systeme, die Artikel auf Beschädigungen, Fehlbestände oder Qualitätsprobleme überprüfen.
Lagerbestandsmanagement
Entscheidend für eine optimale Intralogistik ist ein effektives Lagerbestandsmanagement. Durch regelmäßige Bestandskontrollen und die Verwendung von Lagerverwaltungssystemen können Lagerbestände überwacht und Engpässe vermieden werden. Automatisierte Nachbestellungen oder Just-in-Time-Lieferungen tragen dazu bei, den Lagerbestand weiter zu optimieren.
Rücksendungen & Retouren
Die Intralogistik umfasst auch die Abwicklung von Rücksendungen und Retouren. In diesem Prozess werden die zurückgesendeten Waren überprüft, gegebenenfalls repariert oder wiederaufbereitet und wieder in den Lagerbestand zurückgeführt. Die effiziente Abwicklung des Retouren-Managements kann somit den Bestandsverlust minimieren.
Datenmanagement & Dokumentation
In der Intralogistik wird beinahe sekündlich eine große Menge an Daten erzeugt und generiert. Durch den Einsatz von Informationssystemen und Datenbanken können diese gesammelten Informationen zu den Intralogistik-Prozessen dokumentiert, analysiert und für die kontinuierliche Verbesserung genutzt werden.
Analyse der Intralogistik-Prozesse und kontinuierliche Verbesserung
Die Analyse der einzelnen Intralogistik-Prozesse spielt eine maßgebliche Rolle, um Engpässe, ineffiziente Abläufe oder etwaige Qualitätsprobleme zu identifizieren. Durch die Auswertung der gesammelten Daten haben Unternehmen die Möglichkeit Schwachstellen zu erkennen und mögliche Optimierungspotenziale aufzudecken. Werden Schwachstellen ausgemacht und beseitigt, führt dies zu einer Steigerung der Effizienz und zur Senkung von Kosten innerhalb der Logistik-Prozesse.
Intralogistik im Wandel: Wie Unternehmen von der Automatisierung profitieren
Der Trend zur Automatisierung in der Intralogistik ist unverkennbar. Immer mehr Unternehmen setzen auf automatisierte Fördertechnik, Lagerroboter, automatische Kommissioniersysteme und selbstfahrende Transportsysteme, die manuelle Prozesse komplett ersetzen beziehungsweise unterstützen. Ein nicht unwesentlicher Faktor für die Automatisierung der Intralogistik ist der derzeitige Fachkräftemangel. Laut der im Mai 2025 veröffentlichten Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit gelten 163 von rund 1.200 bewerteten Berufen als Engpassberufe; Berufskraftfahrende werden dabei ausdrücklich als „händeringend gesucht“ genannt. Immer mehr Unternehmen sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, qualifizierte und erfahrene Arbeitskräfte für die intralogistischen Prozesse zu finden.
Gleichzeitig steigt auch der Bedarf an effizienten und zuverlässigen Lösungen, um den wachsenden Anforderungen der modernen Lieferketten gerecht zu werden. Die Automatisierung in der Intralogistik bietet Unternehmen die Möglichkeit, auf den Fachkräftemangel zu reagieren, indem beispielsweise repetitive Aufgaben von Maschinen übernommen werden. Das führt wie bereits erwähnt zu einer Minimierung der Fehlerquote und zu einer höheren Produktivität. Zudem können Fachkräfte gezielter eingesetzt werden – zum Beispiel für anspruchsvollere Aufgaben, bei denen ihre Fachkenntnisse und bereits gesammelte Erfahrungen besonders gefragt sind.
Welche Automatisierungskonzepte es gibt und wie Sie sie schrittweise einführen, erklären wir ausführlich im Beitrag Effiziente Intralogistik: Wie Automationen den Weg für optimierte Abläufe ebnen und auf unserer Themenseite Automationen in der Intralogistik.


Die Automatisierung der Intralogistik verbessert darüber hinaus auch die Sicherheit und die Arbeitsbedingungen Ihrer Mitarbeiter. Ihre Maschinen übernehmen gefährliche oder schwere Aufgaben, wodurch Sie das Verletzungsrisiko der Mitarbeiter reduzieren. Auch werden ergonomische Aspekte berücksichtigt, um die körperliche Belastung der Mitarbeiter zu minimieren. Daraus resultiert wiederum eine bessere Arbeitsumgebung und ein höheres Wohlbefinden der Mitarbeiter.
Intralogistik-System auswählen: 10 Kriterien für die passende Lösung
Die Auswahl des richtigen Intralogistik-Systems ist für Unternehmen entscheidend, um effiziente und reibungslose Abläufe in ihrer innerbetrieblichen logistischen Lieferkette zu gewährleisten. Die Vielfalt an verfügbaren Systemen scheint jedoch auf den ersten Blick überwältigend und vielleicht etwas abschreckend. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen vorab ein Konzept erstellen, in dem verschiedene Faktoren, spezifische Bedürfnisse und individuelle Anforderungen des Unternehmens berücksichtigt werden. Damit Unternehmen das für sie passende System finden, sollten folgende Punkte geklärt beziehungsweise durchlaufen werden:
- Bedarfsanalyse
- Lagerkapazität & Lagerlayout
- Produktpalette und Umschlaghäufigkeit
- Automatisierungsgrad
- Technologie-Integration
- Kosten-Nutzen-Analyse
- Betriebliche Effizienz
- Sicherheitsaspekte
- Referenzen und Erfahrungen
- Testphase & Schulungen
Bedarfsanalyse
Der erste Schritt bei der Auswahl eines geeigneten Intralogistik-Systems stellt eine gründliche Bedarfsanalyse dar. Sie sollten vorab Ihre spezifischen Anforderungen und Ziele, die mittels eines Intralogistik-Systems erreicht werden sollen, identifizieren. Dazu gehören verschiedene Faktoren wie die Größe des Lagers, die Art der Produkte und Waren, die Umschlaghäufigkeit, die Anzahl der täglichen Bestellungen und die geplante Wachstumsrate.
Lagerkapazität & Lagerlayout
Auch die Lagerkapazität und das Layout des Lagers sind wichtige Faktoren bei der Auswahl eines Intralogistik-Systems, die keinesfalls ignoriert werden sollten. Je nach Größe und Struktur des Lagers können unterschiedliche Systeme erforderlich sein. Unternehmen sollten sicherstellen, dass das gewählte Intralogistik-System die vorhandene Lagerkapazität optimal ausnutzt. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Sie ausreichend Raum für zukünftiges Wachstum mit einplanen. Einen Überblick über mögliche Lagerformen gibt unser Beitrag Lagerarten und Lagerorganisation im Überblick.
Produktpalette & Umschlaghäufigkeit
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Wahl des passenden Intralogistik-Systems ist die Produktpalette und die Umschlaghäufigkeit. Unternehmen mit einer eher breiten Produktpalette und unterschiedlichen Artikelgrößen benötigen unter Umständen ein flexibles System, das verschiedene Artikel effizient handhaben und managen kann. Die Umschlaghäufigkeit hingegen bestimmt, wie schnell und präzise das System sein muss, um den Anforderungen gerecht werden zu können.
Automatisierungsgrad
Der gewünschte Automatisierungsgrad ist ein weiterer wichtiger Faktor und sollte bei der Wahl eines geeigneten Intralogistik-Systems definitiv berücksichtigt werden. Unternehmen sollten demnach abwägen, inwieweit sie manuelle Prozesse durch automatisierte Lösungen ersetzen möchten. Ein höherer Automatisierungsgrad kann zu einer gesteigerten Effizienz und Präzision führen, geht aber in vielen Fällen mit höheren Investitionskosten einher. Ob und wann sich diese Investition amortisiert, hängt unter anderem von Durchsatz, Schichtmodell und Personalkosten ab – eine Wirtschaftlichkeitsrechnung vorab ist daher unerlässlich. Zwischen rein manuellen und vollautomatisierten Lösungen gibt es Zwischenstufen – etwa ein Routenzugsystem für die getaktete Materialversorgung der Produktion. Die folgende Übersicht zeigt die grundlegenden Unterschiede der drei Automatisierungsstufen:
| Kriterium | Manuell | Teilautomatisiert | Vollautomatisiert |
|---|---|---|---|
| Typische Beispiele | Handhubwagen, Gabelstapler, manuelle Kommissionierung | Routenzugsysteme, teilautomatisierte Regalsysteme (z. B. Paternoster), Pick-by-Voice, Assistenzsysteme | Fahrerlose Transportsysteme, autonome Stapler, automatisierte Regalbediengeräte |
| Investitionsaufwand | gering | mittel | hoch |
| Flexibilität bei wechselnden Abläufen | hoch | mittel | abhängig vom System; Änderungen erfordern meist Umplanung oder Umprogrammierung |
| Personalbedarf im laufenden Betrieb | hoch | mittel | gering, dafür qualifiziertes Personal für Überwachung und Wartung |
| Geeignet vor allem für | geringe oder stark schwankende Mengen | wiederkehrende Routen und Abläufe, z. B. Produktionsversorgung | hohe, gleichmäßige Durchsätze, häufig im Mehrschichtbetrieb |
Technologie-Integration
Auch die Integration von Technologien ist ein entscheidendes Merkmal eines Intralogistik-Systems. Wenn gewünscht, sollten Unternehmen prüfen, ob das System eine nahtlose Integration von IoT, KI und maschinellem Lernen ermöglicht. Dadurch haben Sie neue Möglichkeiten für eine bessere Datenanalyse, Echtzeitüberwachung und eine weitaus intelligentere Entscheidungsfindung.
Kosten-Nutzen-Analyse
Die Kosten-Nutzen-Analyse ist unerlässlich, um die wirtschaftliche Rentabilität des Intralogistik-Systems zu bewerten. Dabei gilt zu beachten, dass nicht nur die Anschaffungskosten berücksichtigt werden, sondern auch die langfristigen Vorteile wie Einsparungen von Arbeitskosten, eine gesteigerte Produktivität und optimierte Prozesse in der Intralogistik. Wie Sie die laufenden Lagerkosten als Grundlage dafür ermitteln, erklären wir im Beitrag Lagerkosten berechnen.
Betriebliche Effizienz
Eines der wichtigsten Ziele der Intralogistik ist die Steigerung der innerbetrieblichen Effizienz. Das System sollte in der Lage sein, Aufgaben schnell und fehlerfrei auszuführen und mögliche Engpässe zu minimieren. Dadurch optimieren Unternehmen ihre logistischen Prozesse fortlaufend und stärken somit ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter.
Sicherheitsaspekte
Sicherheit ist ein entscheidender Aspekt in der Intralogistik. Stellen Sie daher vorab unbedingt sicher, dass das zu integrierende System den geltenden Sicherheitsstandards entspricht und die Gesundheit der Mitarbeiter gewährleistet. Hierzu zählen zum Beispiel diverse Sicherheitsfunktionen wie Not-Aus-Schalter, Schutzvorrichtungen und Warnsysteme. Maßgeblich sind unter anderem die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und für Flurförderzeuge die DGUV Vorschrift 68. Für fahrerlose Flurförderzeuge ist die DIN EN ISO 3691-4 die zentrale Sicherheitsnorm. Für Maschinen, die ab dem 20. Januar 2027 in Verkehr gebracht werden, gilt zudem die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ablöst.
Referenzen und Erfahrungen
Wie so oft helfen auch Referenzen und Erfahrungen anderer Logistik-Unternehmen, die bereits ein funktionierendes Intralogistik-System implementiert haben, bei der Wahl eines geeigneten Systems. Erfahrungsberichte und Kundenbewertungen stellen meist wertvolle Informationen bereit, die wichtige Erkenntnisse über die Zuverlässigkeit und die Leistungsfähigkeit des Systems liefern.
Testphase & Schulungen
Abschließend sollte das Intralogistik-System im Rahmen eines realen Betriebsumfelds auf Herz und Nieren getestet werden. So können Unternehmen die Leistungsfähigkeit des Systems unter realen Bedingungen bewerten und mögliche Schwachstellen oder Verbesserungspotenziale frühzeitig identifizieren. Zudem sollten Schulungen für Mitarbeiter angeboten werden, damit diese das Intralogistik-System künftig effektiv nutzen und warten können. Für Flurförderzeuge bietet die Logistik XTRA Akademie unter anderem Staplerausbildungen und die jährliche Gabelstaplerunterweisung an.
Intralogistik-Lösungen von Logistik XTRA im Überblick
Von fahrerlosen Transportsystemen über Routenzüge und automatisierte Regalsysteme bis zu Warnsystemen für mehr Sicherheit: Eine Auswahl an Lösungen für die beschriebenen Intralogistik-Prozesse finden Sie hier im Shop von Logistik XTRA.
Unser Fazit zur Intralogistik
Die Intralogistik ist kein bloßer Trend, sondern mittlerweile auch ein wesentlicher Bestandteil moderner Geschäftsabläufe. Wer wettbewerbsfähig bleiben und die Zukunft aktiv mitgestalten möchte, kommt nicht umhin, sich so früh wie möglich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Der effiziente und reibungslose Fluss von Materialien, Informationen und Ressourcen innerhalb eines Unternehmens ist entscheidend für dessen Erfolg.
Industrien und Märkte entwickeln sich in rasantem Tempo weiter - und Unternehmen müssen sich anpassen, um Schritt zu halten. Die Intralogistik bietet die Möglichkeit, Produktions- und Logistikprozesse zu optimieren, Kosten zu senken und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Durch die Implementierung moderner Technologien wie automatisierte Lager- und Transportsysteme, Robotik, Künstliche Intelligenz und Datenanalyse können Unternehmen ihre Effizienz verbessern und weitere wichtige Wettbewerbsvorteile erzielen.
Darüber hinaus bietet die Intralogistik die Chance, ökologische Nachhaltigkeit zu fördern. Effizientere Lagerhaltung, intelligentes Routenmanagement und ressourcenschonende Transportlösungen helfen, den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und einen positiven Beitrag zum Schutz der Umwelt zu leisten – mehr dazu in unserem Beitrag Grüne Intralogistik.
Indem man sich frühzeitig mit der Intralogistik auseinandersetzt, legt man den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft. Unternehmen können Engpässe und ineffiziente Prozesse identifizieren, bevor sie zu größeren Problemen werden, und rechtzeitig entsprechende Maßnahmen ergreifen. Zudem ermöglicht es eine frühzeitige Beschäftigung mit der Intralogistik, Trends und Entwicklungen zu antizipieren und sich darauf vorzubereiten.
Letztendlich ist die Intralogistik eine Investition in die Zukunft. Indem Sie sich proaktiv mit der Intralogistik beschäftigen, können Sie die Zukunft aktiv gestalten und erfolgreich in einer sich stetig verändernden Geschäftswelt bestehen. Sie möchten dabei auf einen erfahrenen Partner an Ihrer Seite setzen? Gemeinsam mit unseren regionalen Linde-Fachhändlern begleiten wir Sie von der Intralogistikplanung bis zur passenden Ausstattung. Kontaktieren Sie uns gerne!
Häufige Fragen zur Intralogistik
Was ist Intralogistik einfach erklärt?
Intralogistik umfasst alle Material-, Waren- und Informationsflüsse innerhalb eines Unternehmens bzw. auf dem Betriebsgelände. Dazu gehören Warenannahme, Lagerung, interne Transporte, Kommissionierung sowie Verpackung und Versand. Sie endet dort, wo der Transport zwischen Unternehmen oder Standorten beginnt.
Was ist der Unterschied zwischen Intralogistik und externer Logistik?
Die Intralogistik betrifft ausschließlich Abläufe am eigenen Standort, etwa den Weg einer Palette vom Wareneingang ins Regal. Die externe Logistik organisiert dagegen den Transport zwischen Lieferanten, Standorten und Kunden. Beide greifen an Wareneingang und Warenausgang ineinander.
Welche Aufgaben hat die innerbetriebliche Logistik?
Zu den Kernaufgaben zählen Warenannahme und Prüfung, Einlagerung und Lagerverwaltung, Materialbereitstellung für Produktion und Montage, Kommissionierung, Verpackung und Versand sowie die Abwicklung von Retouren. Hinzu kommt die Steuerung der zugehörigen Informationsflüsse, meist über ein Lagerverwaltungssystem.
Welche Bedeutung hat die Intralogistik für Unternehmen?
Sie entscheidet maßgeblich darüber, wie schnell, zuverlässig und wirtschaftlich ein Betrieb Aufträge abwickelt. Engpässe in der Intralogistik führen direkt zu Stillständen in der Produktion oder zu Lieferverzögerungen. Eine gut organisierte Intralogistik senkt dagegen Durchlaufzeiten, Bestände und Fehlerquoten.
Was ist der Unterschied zwischen Intralogistik und Intralogistik 4.0?
Intralogistik beschreibt die innerbetrieblichen Material- und Informationsflüsse an sich. Intralogistik 4.0 bezeichnet deren digitale Vernetzung, etwa über Sensoren, Lagerverwaltungssoftware, fahrerlose Transportsysteme und Echtzeitdaten. Ziel ist es, Abläufe automatisch zu überwachen, zu steuern und zu optimieren.
Welche Vorschriften gelten für Intralogistik-Systeme?
Für den Betrieb von Arbeitsmitteln gilt die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), für Flurförderzeuge zusätzlich die DGUV Vorschrift 68. Für fahrerlose Flurförderzeuge ist die DIN EN ISO 3691-4 die maßgebliche Sicherheitsnorm. Maschinen, die ab dem 20. Januar 2027 in Verkehr gebracht werden, fallen unter die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230.










